Desperados 3 – Testbericht

Ungezähmte Rösser, Blaue Bohnen, Gauner und Schurken. Dies alles sind nur ein paar Westernelemente und einige von denen findet man in dem neuesten Werk von Mimimi Games, Desperados 3. Dieses Spiel ist ähnlich aufgebaut wie seine Vorgänger, mit einigen guten Änderungen! Lohnt sich der Kauf dieses Spieles?

Eine Geschichte in die Vergangenheit

Desperados 3 ist im Grunde ein Prequel des berühmten Strategie-Stealth-Hits Desperados aus dem Jahr 2001.

Nachdem der junge John Cooper seinen Vater verloren hat sinnt er auf Rache und versucht den Mörder zu finden. Dabei schließen sich im Laufe der Geschichte einige Bekannte Gesichter aus dem Vorgänger an, wie zum Beispiel der harsche Doc McCoy, der Trapper Hector oder die Verkleidungskünstlerin Kate. Neu dazu kommt die Voodoo-Priesterin Isabelle.

Tödlicher Wilde Westen

Das der Wilde Westen sehr harsch sein kann weiß man ja bereits aus zahlreichen Filmen. Auch hier kann jeder Schritt tödlich sein. Auf jeder Karte gibt es zahlreiche Versteckmöglichkeiten, Fallen und Möglichkeiten dem Gegner zu entgehen, der in jeglicher Form und Stärke über die Karte patrouilliert. Dabei gibt es mehrere Arten von Gegnertypen, die allesamt anders zu besiegen sind und oder zu Umgehen sind. Weibliche Gegner lassen sich beispielsweise nicht von Kates Charme in die Irre führen, warnen sogar männliche Wachen mit denen sie gerade sprechen Kate nicht zu folgen. Die robusten Langmäntel oder Longcoats sind die gefährlichsten Gegner und lassen sich nur dadurch besiegen indem man diese vorher anschießt oder ansonsten Schaden zufügt. Außerdem können diese Kates Tarnung auffliegen lassen, sofern sie verkleidet ist. Jede Gruppe Gegner kann man anders ausschalten, es gibt sogar Spieler die manche Missionen schaffen in dem sie kaum Gegner aus dem Weg räumen. Tricks und Kniffe gibt es auf jeder Karte viele.

Die Fähigkeiten

Der aktuelle Missionsbildschirm. Links sieht man das Missionsziel, darunter die Charaktere die in dieser Mission dabei sind. Rechts stehen Medaillen und Herausforderungen, die man versuchen kann anzugehen.

Um euch einen Einblick in die Fähigkeiten zu geben nutzen wir das Bild unter der Überschrift.

John Cooper:

John Cooper ist der Allroundcharakter des Spiels. Er hat sowohl Ablenkungsfähigkeiten als auch Angriffsfähigkeit. Seine Waffen sind das Messer, für einen leisen Nah- und Fernkampf, sowie seine Waffen “Die Alte” und “die Neue”, die er beide gleichzeitig abfeuern kann, dafür aber sehr laut sind. Ablenken kann er manche Gegner mit der Münze, die dafür sorgt das sich Gegner umdrehen wenn er sie hinter ihnen oder neben ihnen auf den Boden wirft. Außerdem kann er Leute bewusstlos schlagen und auch fesseln. Er kann einen Körper tragen um diese zu verstecken.

Doc McCoy:

Doc McCoy ist einer der beiden Heilcharaktere der Clique. Außerdem ist er mit seiner Waffe ein begnadeter Scharfschütze, die auch noch recht leise ist. Perfekt um Krähenneste von Gegnern zu befreien.

Was wäre allerdings ein Arzt ohne Heilungsfähigkeiten, so kann er Verbände anlegen an sich und den anderen Gruppenmitglieder. Außerdem besitzt er Phiolen mit Narkosegas, welches Gegner für kurze Zeit bewusstlos macht. Außerdem hat er eine Spritze um Gegner auszuschalten und einen Koffer, den er in Sichtbereich der Gegner werfen kann und diese so darauf aufmerksam zu machen – natürlich mit einer Überraschung.

Hector:

Hector ist der Trapper der Clique. Seine Waffe ist eine streuende Schrotflinte und für den Nahkampf eine Axt. Sein rechter Haken ist ordentlich und knockt Gegner recht schnell aus. Die Quintessenz von Hector ist allerdings seine Bärenfalle die er immer dabei hat und auf der Karte verstecken kann. Sein Pfeifen lockt manchen Gegner an, so dass er diese gut in ein Hinterhalt locken kann. Auch er kann Leute nieder schlagen. Die Besonderheit ist allerdings das er zwei Körper auf einmal tragen kann.

Kate O’Hara:

Kate ist die Verkleidungskünstlerin der Clique. Als Waffe hat sie eine kleine, pinke Pistole, die ebenfalls sehr leise schießt. Auf jeder Karte wo Kate mit dabei ist, hat sie ihre Standardkleidung an, muss also erst einmal versuchen an Kostüme und Kleider zu kommen um sich zu “Tarnen” um so mit ihren Verführungskünsten Gegner und Gegnergruppen abzulenken, und sogar einzelne Gegner in dunkle Gassen zu locken. Als Nahkampfangriff hat sie einen Tritt. Leider kann Kate als einzige der Charaktere keine Gegner fesseln. Zur Ablenkung besitzt Kate außerdem noch Parfümfläschchen, die sie auf Gegner werfen und somit für tränende Augen sorgen kann, welches die Sicht der Gegner natürlich dann deutlich einschränkt.

Isabelle:

Die Voodoo-Priesterin Isabelle ist der letzte spielbare Charakter des Teams. Sie kommt mit einigen sehr guten Fähigkeiten daher. Sie besitzt keine Schusswaffen, sondern nur eine Keule und ein Voodoo-Messer. Ihre stärkste Fähigkeit ist allerdings die Seelenverbindung, mit der sie zwei Charaktere miteinander verbinden kann. Was dem einen geschieht, passiert dem anderen somit auch. Einen niederschlagen und ins Wasser werfen, sorgt also im Grunde dann auch das der andere an Land ertrinkt. Wird einer von den anderen deiner Charaktere erschossen, werden dann beide dadurch sterben. Wenn einer Bewusstlos wird, wird der andere auch Bewusstlos.

Als weitere Fähigkeit hat sie die Zombiefähigkeit, mit der sie Gegner in einen Willenlosen Sklaven verwandeln kann, der in einem gewissen Umkreis agieren kann und dort ebenfalls Gegner töten kann. Dies sorgt aber dafür das sie während dieser Gedankenkontrolle sich nicht bewegen kann.

Dann ist natürlich noch Stella dabei. Stella ist ihre Katze, die so süß ist, dass es Gegnerherzen erweichen kann. Diese sind dann natürlich von der Katze abgelenkt so dass man Zeit hat zu agieren.

Der Showdown:

Der Showdown ist kein Charakter, sondern eine Pausenfunktion die dafür sorgt dass man Befehle erteilen und später ausführen kann. So kann man jedem Charakter ein Ziel geben, welches durch Druck auf die Ausführen-Taste dann vollzogen wird. So kann man massenweise Gegner erledigen. Dies ist eine sehr wichtige und spannende Funktion, falls man an einem Ort mit massenweisen Gegneraufkommen nicht weiter kommt.

Mehrere Wege führen ans Ziel

Jede Karte hat verschiedene Möglichkeiten ans Ziel zu gelangen. So muss man beispielsweise bei einer Mission verhindern dass weitere Züge fahren um selbst mit dem Zug weiter zu kommen. Also gibt es entweder die Möglichkeiten Tiere auf das Gleis zu platzieren als auch eine alte Kutsche auf das Gleis zu schieben. Insbesondere die Herausforderungen bieten neue Möglichkeiten die Missionen zu schaffen. Eine dieser Herausforderungen bei dieser Mission wäre beispielsweise nicht die Gleise zu überqueren. Schwer – aber schaffbar.

Diese Missionen und Herausforderungen sorgen im Grunde auch dafür dass Desperados 3 einen hohen Wiederspielwert hat.

Der “Baron” schaltet sich ein

Nachdem man in der Story einen gewissen Punkt erreicht hat bekommt man besondere Herausforderungsmissionen.

Zum Beispiel gibt es da Missionen, wo man nur einzelne der Charaktere spielt. Bei “Eine-Frau-Armee” spielt man zum Beispiel Isabelle und muss 42 Gegner, also jeden Gegner auf der Karte töten. Die Baron-Missionen sind eine sehr gute Abwechslung zum Rest der Kampagne. Diese erhöhen die Spiellänge noch einmal um einige Stunden.

Je weiter man in der Hauptgeschichte kommt, desto mehr Missionen bietet der Baron an.

Grafik und Sound perfekt umgesetzt

Die Grafik des Spieles sieht einfach wunderbar aus. Die Karten sind super umgesetzt und Sorgen deswegen für eine sehr authentische Western-Atmosphäre. Diese wird durch die Musik und den Sound noch um einiges verstärkt. Die deutsche Synchronisation ist durchweg gut gelungen. Auch an Details wird in den Karten nicht gespart, so gibt es neben den zahlreichen Verstecken auf der Karte natürlich auch Zivilisten die durch die Städte laufen und sogar auch Alarm schlagen können.

Lichtquellen bilden eine wunderschöne Szenerie und sind teilweise nicht nur als Ausschmückung gedacht. Manche Lichtquellen können ausgeschaltet werden um das Gebiet in Schatten zu hüllen, so dass man durchaus schlechter entdeckt werden kann. Denn nicht nur Gebüsche sind dein Freund und Felsen hinter denen man sich verstecken kann, sondern auch die dunklen Ecken die Gegner nicht immer einsehen können.

Ob die Sümpfe von Louisiana, die Städte, als auch die Wüsten und Steppengebiete sind allesamt sehr detailverliebt gebaut worden.

Kamera immer drehen

Seit diesem Teil kann man die Kamera auch komplett drehen. Dies ist insbesondere wichtig um zu schauen ob Gegner hinter einem Felsen stehen oder nicht. Dies macht das Spiel zum ersten Teil bedeutend schwerer. Dennoch ist es auch sehr gut eine komplette Rundumsicht zu haben um immer den vollen Überblick zu behalten.

Fazit:

Desperados 3 ist ein sehr gelungenes Spiel. In einer Situation gab es beim Test allerdings einen kleinen Bug, der dafür sorgte dass die Gegner ihre Patrouille nach fehlgeschlagener Suche nicht wieder aufgenommen haben. Ansonsten habe ich persönlich bei diesem Spiel nicht wirklich viel zu kritisieren – mein häufiges Sterben lag also mehr an meiner Unfähigkeit 😉

Desperados 3

49,99 € , Stand: Steam vom 02.10.20
9

Bedienung

8.6/10

Grafik

9.1/10

Sound

8.9/10

Story

9.2/10

Pros

  • authentische Westernwelt
  • Western-Soundtracks die ins Ohr gehen
  • hoher Wiederspielwert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.