Final Fantasy 7 Remake Review

Für Fans auf der ganzen Welt ist ein Traum wahr geworden, als Square Enix ein Remake zu FINAL FANTASY VII angekündigt hatte. Etwas gesunde Skepsis lag zwar im Raum aber wir hofften alle auf das Beste und die ersten Bilder und Videos sahen viel versprechen aus. Nun ist die erste Episode dieser Spielebombe endlich da und wir lassen es uns natürlich nicht nehmen, euch unseren Eindruck zu schildern.

100GB benötigter Speicherplatz, Spielzeit eines gängigen FINAL FANTASY Titels aber eigentlich nur der Inhalt aus den ersten 6h des Originals. Das klingt erstmal gewaltig, aber bereits die ersten Minuten in dieser neu gestalteten Welt lassen erahnen, dass man die gewaltige Shinra Stadt Midgar nicht so schnell verlassen wird, wie im Original von vor 23 Jahren.

Eine bekannte Story neu erleben

Für alle Neulingen unter den FF7 Spielern, hier nochmal ein kurzer Ausschnitt über die Story. In FF7 spielen wir Cloud Strife, einen Söldner und ehemaligen SOLDAT des Shinra Konzerns, welcher einen Job bei der radikalen Umweltaktivisten Gruppe Avalanche angenommen hat. Ziel ist es für den Anfang zu verhindern, dass Shinra durch das Anzapfen der Mako Energie, dem Lebensstrom des Planeten, eben diesen nicht umbringt. Doch als Söldner tut man ja praktisch alles um sein Geld zu verdienen und so hilft Cloud dem grummeligen Barret und seinen Leuten. Doch plagen den Ex-SOLDAT immer wieder Alpträume und Halluzinationen von einer brennenden Stadt und dem übermächtigen Elite-SOLDAT Sephiroth, den er schon lange für Tod geglaubt hat…
Jeder FINAL FANTASY VII Veteran kennt die Geschichte und für die Neulinge sei hier genug gesagt, um diese grandiose Story nicht mehr zu spoilern.

Zwei Kinder und ein versprechen. Cloud und Tifa auf dem Wasserturm

Alte Liebe in neuem Gewandt

Nie hat es so viel Spaß gemacht, durch die Stadt Midgar zu laufen. Da die Original Spielzeit in der Stadt auf das gut 10fache ausgeweitet wurde, musste natürlich neuer Content her. alte bekannte Gebiete wurden massivst erweitert und ganze Dörfer komplett neu erdacht. Egal ob man auf den oberen Platten der Stadt herumwandert oder in den Slums in den unteren Ebenen, es lässt sich nun endlich die Größe Midgars erahnen, die früher so nie zu spüren war. Überall laufen Menschen herum und gehen ihrem Alltag nach. Man hört Gespräche über das aktuelle Geschehen der Umgebung . Und eben dieses Geschehen ist es, was das Spiel mit zusätzlichem Leben füllt, die Nebenmission.

Nach kurzer Zeit im Spiel schaltet man die Nebenmission frei. Gerade in den Slums bedeutet das, man muss Monster besiegen um die Gegend für die Menschen sicherer zu machen. Doch in den Kämpfen, auf die wir gleich eingehen, geht es weiter. In Kampfberichten liegen die nächsten Mini Missionen versteckt. Wenn man bestimme Aktionen in Kämpfen macht, wie den Einsatz von Elementarmagie oder Spezialangriffen schaltet man beim Händler neue Materia frei. Was ist Materia fragt ihr? Das will ich erklären.

Per Fallschirm nach Hause. Zurück in die Slums von Sektor 7

Kämpfe auf Materia und Stahl

Bei Materia, oder Substanzen wie wir es noch kennen, handelt es sich um kristallisierte Mako Energie, die mächtige Zauber auslösen kann und die Talentbäume in diesem Spiel ersetzt. Ausgerüstete Materia erhalten nach Kämpfen ebenfalls Erfahrung und können bei einem Level Up stärkere Versionen ihrer eigentlichen Funktion bilden. Sie kommt in der Welt von FF7 in 5 Verschiedenen Kategorien vor:
Zauber Materia (grün): Dies sind die Standard Zauber wie Feuer, Eis, Blitz, Vita usw. Sie machen den Großteil der Materia aus.
Befehls Materia (gelb): Diese Materia verschafft einem neue Fähigkeiten. Wenn die Materia ausgerüstet ist bekommt der Charakter die jeweilige Fähigkeit zugeschrieben und kann sie einsetzen, solange er die Materia trägt.
Aufruf Materia (rot): Die Beschwörungen der sogenannten Esper sind nur mit der roten Materia möglich. Bekannte Gesichter wie Ifrit, Shiva oder Bahamut lassen sich so unter bestimmten Bedingungen in den Kampf rufen und mischen die Gegner ordentlich auf. Allerdings kann im Remake nur eine Esper pro Charakter Ausgerüstet werden.
Unabhängige Materia (lila): Viele Materia erzeugt eine Wechsewirkung im Körper und damit sowohl positive aus ach negative Effekte. Diese Materia hingegen erzeugt einen reinen positiven Effekt und so lassen sich z.B. ohne Nebenwirkung die HP des Charakters erhöhen.
Unterstützungs Meteria (blau): Der Name ist hier Programm. Diese Materia hat keinen direkten Kampfeffekt, sondern erweitert mit ihr gekoppelte Materia um bestimmte Effekte.

Ein weiterer Punkt für die Kämpfe sind die Waffen. Jeder Charakter hat seine bevorzugte Waffenart, die er im Kampf benutzt. Dies kann durch Leveln verbessert werden, sodass Modifikationen in der Waffe selbst freigeschaltet werden können, die einem dann mehr Leben, Stärke oder andere Effekte einbringen. Zusätzlich besitzt jeder Waffe eine eigene besondere Fähigkeit, die nur mit dieser Waffe möglich ist. Sollte man diese allerdings maximieren, ist sie auch mit anderen Waffen ausführbar.
Ebenfalls lassen sich noch Ausrüstungen in Form von Armbändern anlegen, die mit der Waffe für zusätzliche Materia Slots sorgen und schließlich noch Schmuck, welcher keine Materia fassen kann, dafür aber positive Effekte auf den Charakter hat.

Abseits der Kämpfe gibt es für die Party Gelegenheit sich auf einer blauen Bank oder in einem für dich reservierten Bett auszuruhen. Besonders nach oder vor Boss Kämpfen ist dies zu raten, da die Kämpfe sonst schnell einseitig in den Tod führen können. Was ein gutes Thema ist denn was der brave Gamer seinem Nachwuchs als erstes bei bringt ist folgender Satz: “Speichern ist wichtig!”

Da wird jeder Fan neidisch. Aerith lässt sich in Clouds Arme fallen.

Speichersystem, der Kampf und Zeitvertreib

Jeder weiß wie in älteren FINAL FANTASY Teilen gespeichert wurde. Entweder auf der Landkarte oder an speziellen Punkten in den einzelnen Regionen. Dies wurde nun zugunsten der Spieler vereinfacht und es ist möglich an praktisch jedem Punkt im Spiel zu speichern, was natürlich das Angehen von Monstern vereinfacht, da man vor einen bevorstehenden schwierigem Kampf einfach sich absichert.

Das Action-Kampfsystem fordert den Spieler definitiv mehr, als es das ATB-System in Original tat. Wo man früher noch starr auf der Stelle stand und brav auf seinen Zug warten musste, heißt es heute durch die Map laufen, zuschlagen, ausweichen, blocken, Zauber wirken, drauf gehen, wiederbeleben und weiter draufhauen. Dabei füllen sich bei dem Charakter mehrere ATB Balken, die für weitere Action wie Zaubern oder Spezialangriffe benötigt werden. Zusätzlich füllt sich durch Blocken und eingesteckte Treffer der LIMIT Balken des Charakters, mit dem dann eine äußerst verheerende Attacke gestartet werden kann.

Eine Besonderheit im Kampf sind die Aufrufe, im Remake Esper genannt. Diese besonders starken Geisterwesen können nur in schweren Kämpfen beschworen werden und unterstützen die Gruppe mit ihren Fähigkeiten. Ob nun Ifrit mit seinem Höllenfeuer oder Shiva mit ihrem eiskalten Diamanten Staub, es sind ein Haufen alter und vor allem bekannter Gesichter der FINAL FANTASY Serie vertreten.

Und wer sich mit der Story und dem Erkunden von Midgar noch unterfordert fühlt, der kann auf zusätzliche Missionen gehen. Erwähnt habe ich ja bereits die Kampfberichte und die Nebenmissionen, doch es gibt noch etwas um sein Kampfarsenal aufzuwerten.
Es lassen sich VR-Missionen freischalten, bei dem Cloud ein VR Headset aufgesetzt bekommt und dann in einem virtuellen Raum gegen die Essenz einer Esper antritt. Diese zusätzlichen Bosskämpfe haben es nicht nur in sich, sondern versprechen bei erfolgreichem Abschluss auch den besiegten Boss als Materia.

Im Kampf geht es heiß her. Da fliegen schon mal die Funken

100 Punkte… aber mit etwas Abzug

So geil das Remake auch geworden ist und so lebendig sich diese Welt auch anfühlt, es gibt doch ein paar Schnitzer bei denen man sich denkt: “Muss das denn sein in 2020?”.

Cloud ist ein mächtiger SOLDAT erster Klasse der 20 Meter in die Luft springt und das Buster Sword schwingt wie ein Küchenmesser, aber gegen kleine Objekte, die wohl die Dichte eines Neutronensterns haben kommt er nicht an. So bleibt man beim Lauf ein Kleinigkeiten wie einer Katze hängen und schafft es nicht über sie zu steigen oder sie einfach zur Seite zu drücken. Auch unschön anzusehen sind teilweise richtig verwaschenen Texturen auf Gegenständen, ein fast lustiger Gegensatz zu den sonst hochauflösenden Charakteren.
Was den Spielfluss ebenfalls stört sind gelegentliche Ladezeiten vor Sprachsequenzen. Da läuft man zu einem Quest NPC, spricht ihn an uuuund… nichts. Alle stehen doof rum und freuen sich ihres Lebens, bis irgendwann mal die Spachsequenz geladen ist. Und dumm rumstehen ist ein gutes Stichwort. Es scheint massive Luftströmungen in Midgar zu geben die einen davon abhalten, an gewisse Stellen zu gelangen. Anders kann ich mir die unsichtbaren Wände in diesem Spiel nicht erklären. Vielleicht sind sie aber auch für die aufploppenden Charaktere in 30m Entfernung verantwortlich, doch wer weiß das schon.

Das Türschild und die Wand sahen bestimmt auch schon mal schärfer aus.

Fazit

Kurz gesagt: das Spiel ist ein Träumchen geworden! Auch wenn wir nun erst Midgar erkunden dürfen habe ich mich noch nie so in die Welt von FINAL FANTASY VII hineinversetzt gefühlt. Klar gibt es wie erwähnt auch kleinere Macken, aber das Gesamtbild tröstet darüber hinweg. Die Bewunderung für unseren Bad-Ass Cloud ist wieder da, die alte Liebe zu Tifa und Aerith lodert wieder in vollen Zügen und die Lust mit Barret einfach mal einen Trinken zu gehen, ist auch wieder da.
FINAL FANTASY VII Remake ist in meinen Augen ein voller Erfolg geworden und ich bin gespannt, wann nun der Rest des Spiels nachgeliefert wird.

FINAL FANTASY VII Remake

69,99€
9.5

Grafik

9.5/10

Musik

10.0/10

Kampf

9.0/10

Gameplay

9.5/10

Pros

  • Gewaltiges Midgar zum erkunden
  • Story Erweiterung von bekannten Charakteren
  • Deusche Synchronisation

Cons

  • Unsichtbare Wände
  • teilweise verschwommene Texturen
  • Ladezeiten vor Sprachsequenzen
  • "Stolperfallen" durch kleinere Gegenstände

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