Gas Station Simulator Test

Und wieder einmal ist ein neues Simulationsspiel heraus gekommen. Dieses mal schickt uns der Entwickler DRAGO entertainment in die Wüste. Wir übernehmen von unserem Onkel eine Tankstelle. Klingt öde? Ist es allerdings nicht, denn es gibt massenweise zu tun. Doch lohnt der Ausflug in die Wüste?

Nicht nur eine Tankstelle

Als erstes fällt positiv aus das man nicht nur alleine eine Tankstelle betreibt sondern auch noch massenweise andere zu tun hat. Das Gebiet in welchem man spielt ist ein kleines Wüstengebiet an der Route66. Aufgabe ist es die Tankstelle wieder auf Vordermann zu bringen und dann natürlich gewinnbringend zu betreiben. Dazu findet man in dem Spiel massenweise Minigames die meistens dem Spielprinzip dienen und manchmal kleinere Spielereien sind (zum Beispiel mit einem RC-Car durch ein Parkour fahren.

Gas Station Flipper

Dabei gibt es auch sehr viele Gestaltungsmöglichkeiten für seine Tankstelle. Nicht nur hat man im Verkaufsraum die Möglichkeit freie Wahl wo man die Regale hinstellt, sondern man hat auch freie Wahl mit der Außenfassade und dem Dach welches man alles streichen kann in den Farben die man sich so wünscht. Ebenso können auch Innenräume und die WC-Räume gestrichen werden.

Dabei bleibt es nicht nur bei dem Geschäft welches man leitet, denn es gibt noch zwei weitere Gebäude – eine Werkstatt und ein Lager welche man im Laufe des Spielfortschritts freispielt.

Alles greift in sich

Ohne ein Lager läuft kein Geschäft und ohne Ware kann man nichts zum Verkauf anbieten. Wie bei anderen Händlersimulatoren kann man im Internet Waren bestellen – von Spirituosen über Snacks bis hin zu Hüten und Brillen kann man alles in dem Laden verkaufen was man sich so wünscht. Dabei hat der Entwickler echt gute Ideen, so kommen von dem Highway66 immer wieder Autos die Einfahrt hoch, stellen sich auf die Parkplätze die man vorher freigeschaltet hat oder fahren zur Tanksäule vor um von Dir betankt zu werden. Dabei gilt es auch immer die Bestände im Auge zu behalten, denn geht einem das Benzin aus muss neues bestellt werden. Auch hier kommt dann nach einiger Zeit ein Tanklaster die Einfahrt hoch und parkt direkt dort wo das Benzin einfließen soll. Ware die man bestellt wird per LKW angeliefert welches direkt ins Lager fährt, wo man diesen dann entladen kann.

Hat man die Ware entladen heißt es die Regale im Geschäft zu füllen. Jedes Regal hat eine gewisse Thematik, seien es Alkohol oder Snacks. Klickt man diesen dann an kann man auswählen wie viel man von welchem Produkt in das Regal rein tut.

Das Highlight in dem Spiel sind allerdings die Kunden. Jeder Kunde bewegt sich durch die Szenerie, nimmt eigenständig Waren aus dem Regal und geht dann direkt zur Kasse wo Du oder einer deiner Mitarbeiter (die du auch erst später im Spiel freischaltest) wartet um dort die Ware über den Scanner zu ziehen und dann in den Korb zu legen. Sehr spaßig.

Geschichten und Ereignisse

Im Laufe der Story wirst du häufiger von deinem Onkel angerufen. Meistens immer wenn man einen Questaufgabe abgeschlossen hat. Folgen tun dann teils witzige Aufgaben. Zum Beispiel gibt es Events wo während der Öffnungszeit ein Partybus erscheint wo Alienfans verkleidet und tanzend in den Laden kommen. Diese kaufen sehr viel, tanzen durch das Geschäft und machen dies schmutzig. Natürlich ist es echt schwer dem Schmutz dann Herr zu werden dennoch lassen diese Art von Kundschaft ständig die Kasse klingeln. Außerdem gibt es noch ein Sandsturmereignis welches dafür sorgt dass man Rudi holen muss und das Geröll mit dem Kleinbagger dann wegschaufeln muss. Außerdem kommt meistens auch immer Deniz, der versucht die Tankstelle zu beschmieren oder mit Stinkbomben oder anderen unangenehmen Sachen zu bewerfen. Los wird man ihn wenn man selbst mit Gegenständen nach ihm wirft.

Das Spiel ist sehr umfangreich und gut ausgeklügelt. Die Autos fahren auf das Gelände, die Personen steigen aus. Obwohl das Spielgebiet nicht gerade sehr groß ist wirkt es Lebendig.

Später bekommt man auch einen Dietrich mit dem sich die Autos von Kunden knacken lassen. Und hier kommt es auch zu einem Kritikpunkt, denn es stört die Kunden nicht selbst wenn diese daneben stehen.

In den Kofferräumen finden sich dann meist Geld, aber auch nützliche Gegenstände mit denen man seine Gas Station verschönern kann.

Geld verdienen… aber bitte nicht alleine

Das Kassensystem. Mit einer Taste aktiviert man das Band (rechts und muss mit der Maus die Produkte greifen, über den Scanner ziehen (Links) und dann in den Korb fallen lassen (mitte).

Je höher deine Gas Station ist, desto mehr Wohnwagen könnt ihr in das Gebiet bauen. In den Wohnwagen können dann von dir gut ausgewählte Bewerber drin wohnen. Jeder Bewerber hat seine eigene Story sowie gewisse Werte. Während eine beispielsweise gut kassieren kann, kann der andere vielleicht besser Autos betanken oder die Station putzen. Man kann einige Mitarbeiter haben so das man sich selbst wahrscheinlich dann nur noch um die Bestellung und das Auffüllen der Ware kümmern muss.

Über das Angestelltenmenü können wir uns neue Bewerber ansehen und Einstellen. Dies erfordert einen Wohnwagen für die Person den man selbst erst kaufen muss, da die Bewerber*innen auf dem Grundstück wohnen werden.

Zumindest bis die Mitarbeiter müde werden und ihre Schicht von alleine beenden. Natürlich kann man als Chef auch selbst entscheiden wann sie in die Pause gehen. Die Arbeit aufnehmen werden sie allerdings erst wenn sie für ihre letzte Schicht auch bezahlt worden sind.

Während unsere Angestellte an der Kasse steht putzen wir den Laden
Dieser Lastwagen taucht nicht plötzlich auf sondern fährt eine Einfahrt hoch und ins Lager herein. Das Abladen bleibt natürlich Euch überlassen.

Die Charaktere sind sehr vielfältig, so hat man beispielsweise einen Einwanderer der noch nicht gut die Sprache spricht oder man kann eine Verschwörungstheoretikerin aus der Gegend in der Tankstelle arbeiten lassen.

Schicke Grafik, schöner Westmucke

Die Grafik ist für einen Simulator sehr sehr schick gehalten. Neben der Grafik kann man im Laden eine wunderschöne Country-Melodie hören die einfach perfekt zu dieser Art von Thematik passt. Es macht einfach Laune die Tankstelle zu betreiben und versuchen auf das Geld zu achten. Die Charaktermodelle sind bedeutend Vielfältiger als bei einem ähnlichen Spiel welches es gibt und wunderbar ist auch dass jeder Charakter sich in der Spielwelt bewegt. Ein einfaches vor der Kasse erscheinen und dann wieder nach einem Kauf zu verschwinden ist hier nicht. Der Gas Station Simulator hat also im Grunde das geschafft wo einige andere Spiele dieses Genres leider versagt haben. Die Ideen sind Vielfältig und man kann sich leicht schon häufig ärgern das man seinen Mitarbeiter gerade in den Feierabend schickt und dann feststellt dass nach ein paar Minuten plötzlich der Partybus vorbei kommt.

Man kann auch Autos von Kunden knacken. Nett ist das nicht, bringt aber Geld und einige Gegenstände. Konsequenzen hat dies leider nicht.

Bugs gibt es leider auch…

… diese sind aber zu beseitigen. Und dies sogar vom Spiel gewollt. Hängen Autos irgendwo fest schließt man einfach die Tankstelle, wartet bis die Kunden alle weg sind und drückt dann den roten Knopf der ein UFO ruft, welches alle Autos und Personen in der Umgebung resettet.

Fazit

Der Gas Station Simulator hat einen großen Simulationsanteil im Bereich des Einzelhandels und der Reinigung von Gebieten. Selbst bauen wird man kaum etwas, neue Räume werden eher erweitert. Mehr Parkplätze, mehr Zapfsäulen, eine Bushaltestelle. Man kann wählen was man möchte. Das man die Freiheit hat wie man sein Gebäude streicht und wie man die Inneneinrichtung haben möchte ist schon Super. Derzeit ist der Gas Station Simulator der meiner Meinung einer der besten Simulatoren 2021.

16,79€ (Steam)
8.6

Grafik

8.8/10

Sound

7.8/10

Bedienung

8.7/10

Story

8.9/10

Pros

  • viel zu tun und zu erleben
  • NPCs bewegen sich und führen Aktionen aus

Cons

  • sehr viel Hupen... zu viele Hupen
  • Diebstahl hat leider keine Konsequenzen

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