Gibbous: A Cthulhu Adventure II Testbericht

H.P Lovecraft ist für viele Pen & Paper, Bücherfans und mittlerweile auch für einige Gamer ein Begriff der nicht mehr wegzudenken ist. Ob Rollenspiele, Adventures, Action-Adventures oder sogar JRPG-Spiele mit dieser Thematik tauchen im Moment häufiger auf den Spieleplattformen auf. Das Transsilvanische Entwickerstudio Stuck in Attic versucht mit Gibbous: A Cthulhu Adventure den Grad zwischen Horror, Comedy und Adventure zu schaffen. Ob es den drei Entwicklern gelungen ist zeigt unser Test!

Böse Bücher und finstere Machenschaften

Die Stadt Darkham ist nicht mehr das was sie mal war. Überall ziehen Kultisten durch die Straßen und unter vorgehaltener Hand wird über ein dunkles, mysteriöses Buch gesprochen – das Necronomicon. Detektiv Ketype nahm den Auftrag an und wird prompt entführt. Als dann auch noch der Bibliothekar das Buch tatsächlich entdeckt und versehentlich seine Katze verzaubert steht die Welt wirklich Kopf. Denn diese fängt plötzlich an zu sprechen. Mit dem Ziel den Fluch wieder aufzuheben und den Kult aufzuhalten machen sich die drei Protagonisten auf um das Abenteuer ihres Lebens zu bestehen.

Die Stärke liegt in den Charakteren

Ein Voodoo-Typ. Laut Entwickler eine Hommage an Klassiker wie Monkey Island

In der knapp 11-14 Stunden liegenden Spielzeit trifft man auf massenweise skurille Charaktere die dieses Spiel zu etwas besonderem machen. Während Detektiv Ketype sich wie es sich gehört wie ein Detektiv verhält sieht es bei dem Bibliothekar und seiner Katze anders aus. Immer wieder haben Spieler die Möglichkeit auszuprobieren was passiert wenn man seine Katze auf den jeweiligen Gegenstand benutzt. In vielen Fällen kommen dann sarkastisch-witzige Kommentare von eben der Katze namens Kitteh rüber. Während der Bibliothekar die meiste Zeit des Spieles mit seiner seinem Fellbündel unterwegs ist, die immer brav hinter ihm hertrottet ist der Detektiv die meiste Zeit alleine unterwegs. Charaktere die so geschrieben wurden dass die 4.Wand durchbrochen wird ist schon witzig… und gleichzeitig auch ein wenig beängstigend als Spieler hinter der Tastatur. Häufiger findet man Anspielungen auf andere Spiele, Filme – ja… sogar ein Rap-Battle müsst ihr in dem Spiel gewinnen. Die drei Hauptcharaktere sind schon eine Nummer für sich… Witzig, Charmant und voller Sarkasmus kommen diese rüber.

Zu weiteren Charakteren werde ich hier jetzt nichts schreiben, aber es sei auf jeden Fall schon einmal gesagt, dass jeder Charakter im Spiel eine Nummer für sich ist und dem Spieler mindestens ein Schmunzeln abverlangt – in vielen Fällen aber auch für Lacher sorgen.

Die Rätsel

Die Rätsel sind recht interessant gestaltet und ich hatte so meine Schwierigkeiten mit denen. Bis dann die Erleuchtung kam und ich mir dann vor die Stirn gestoßen habe – ja… ich denke zu kompliziert.

Rätselfreunde sollten in diesem Spiel gar keine Schwierigkeiten haben. Von den Rätseln her würde ich sogar sagen sie sind zu einfach… wenn man nicht zu kompliziert denkt.

Eine Herausforderung sind die Rätsel also eher weniger.

Alte Hightech-Städte und Dörfer

An manchen Stellen findet man Briefe die dann eingeblendet werden

Im gesamten Spiel seit ihr nur in Gebäuden, Städten und Dörfern unterwegs. Landschaften seht ihr nur von den Dörfern oder der Stadt aus. Dabei ist Gibbous: A Cthulhu Adventure rein von der Hand gezeichnet worden. Man erkennt dass hier Grafiker am Werk waren, die etwas von ihrer Arbeit verstehen. Dieses Spiel braucht sich technisch, sowie grafisch nicht hinter den großen Genrevertretern zu verstecken. Jede Szene, jeder Charakter sieht wunderschön aus wie aus einem Cartoon – und darauf kam es den Entwicklern auch an. Ob von der tiefsten Unterstadt in Darkham bis hin zu einer Burg in Transsylvanien sehen die Szenen wie aus dem Ei gepellt aus. Einfach super. Dunkle Wolken, dunkle Gassen sorgen für eine etwas düstere Stimmung in dem Spiel, so, dass es auch zu dem Cthulhu-Universum passt.

Meiner Meinung nach schafft es das Spiel eine Düsternis rüber zu bringen, mit der lustigen Thematik diese Düsternis allerdings gleich weniger bedrohlich wirken zu lassen. Denn schon direkt am Anfang des Spiels ist es klar – das wird ein Comedy-Fest.

Zusätzlich zu den aufgezählten Elementen gefällt mir auch die Beleuchtung der Szenerien und die Reflektionen sehr gut.

Nur englische Sprachausgabe

Zynisch, Kaltherzig und immer mal einen fiesen Spruch. So wird man die Katze lieben lernen

Während des Spiels hatte ich die Sprachausgabe komplett auf Englisch, allerdings deutsche Untertitel an. Hier merkt man deutlich dass die Sprachausgabe wichtig ist, denn viele Wortwitze kommen im Englischen am besten rüber als im Deutschen. Deswegen kommt man (zum Glück) nicht an der englischen Sprachausgabe vorbei. Beim Rap wird dir sogar vorher ein Hinweis angezeigt, dass dieses Rätsel nur im englischen funktioniert (da hier auch der Text dann auf englisch ist) und ob das Spiel diese Szene überspringen soll. Hier hat man selbst die freie Wahl. Man verpasst zwar nichts vom Spiel, verpasst dann dafür aber ein Rap-Battle der Extraklasse.

Fazit

Gibbous: A Cthulhu Adventure ist ein komödiantisches Horrorabenteuer. Meiner Meinung nach kommen Fans von Cthulhu, Monkey Island und Point & Click Adventures hier voll auf ihre Kosten. Vom Preis her finde ich das Spiel in Ordnung für das was man bekommt – sofern man nicht durch das Spiel durch hetzt und sich wirklich alles ansieht. Für mich ist die Katze der eigentliche Star des Spieles. Soviel Zynismus habe ich selten in Abenteuerspielen erlebt.

Gibbous: A Cthulhu Adventure

19,99€
9.3

Story

9.5/10

Grafik

9.0/10

Sound

8.5/10

Bedienung

10.0/10

Pros

  • sehr gute Sprecher
  • lustig geschriebene Dialoge
  • todschicke Cartoon-Grafik

Cons

  • Rätsel dürften für viele zu leicht sein