Indivisible auf dem PC in unglaublichen 2D angetestet

Viele Indie Entwickler greifen heute gerne auf bewährte 2D bzw 2,5D Grafik zurück. Sieht einfach geil aus, ist leichter zu programmieren (denke ich mal) und man kann Effekte zaubern, die so bei 3D gar keine Bedeutung hätten. So sieht es auch bei der Indie-Perle Indivisible von 505 Games und Lab Zero Games aus. Wir durften das Zeichentrick Abenteuer für euch testen.

Hand gezeichnete Animationen, tolle Hintergrund Optik und Hauptcharaktere, die einfach liebenswert sind. So kennen wir alten Hasen gute 2D Plattformer. Auch Indivisible möchte sich auf die Bank seiner Vorbilder setzen und präsentiert sich dem Spieler in den schönsten Farben und Formen. Dabei greift das Spiel nicht nur auf die Mechaniken des Plattform Genre zurück, sondern auch auf Kampf-Spiele und Rollenspiele sind hier vertreten. Doch alles der Reihe nach:

Mein Berg mein Dorf mein Heimatkaff

Das Dorf irgendwo in den Bergen

In Indivisible spielen wir Ajna, eine furchtlose junge Frau mit dem Drang zum rebellischen, die in einem abgelegenen Dorf von ihrem Vater aufgezogen wird. Dieser ist nicht nur Dorf Chef sondern auch der beste Kämpfer und unterrichtet seine Tochter dem entsprechend streng. Nach einer Aussprache zwischen den beiden wir das Dorf von einer Feindlichen Armee angegriffen und Ajnas Vater verliert sein Leben. Daraufhin erwacht in Ajna eine mysteriöse Kraft, mit der sie scheinbar Seelen in sich aufnehmen kann und diese dann im Raum ihrer Seele leben.

Die Welt von Ajna zieht viel Inspiration aus verschiedenen Völkern und Kulturen unserer Erde. Mal ist man im Dschungel, mal in antiken Ruinen die an die Maya Zeit erinnern, mal in eher Fantasy-lastigen Raumschiffen. Auf dem Weg durch die Story begegnen uns immer wieder die sogenannten “Incarnations”, also NPCs die Ajna absorbieren kann und die schließlich mit ihr Kämpfen, was uns auch direkt zur Technik des Spiels bringt.

Ich wähle dich… eh gerade eben getroffener Charakter!

Wie schon erwähnt ist Indivisible ein 2D Plattformer und Spielt sich auch solange in diesem Format, bis wir auf einen Gegner treffen. Denn nun gilt es um in einen Kampf zu kommen, eben diesem Gegner eine zu hauen. Trifft nur er uns, passiert nichts.
Das Spiel wechselt dann in einen klassischen RPG Kampf mit einem Hauch des Active-Time-Battle Systems, wie man es aus früheren Final Fantasy Teilen kennt. Ajna und ihre bis zu drei Begleiter werden nun jeder auf eine eigene Taste gelegt und jeder hat seinen eigenen ATB Balken in Form von Aktionen. Sobald man eine Aktion hat kann man durch einfaches Drücken der Taste des NPCs einen Angriff starten. Durch Kombination mit einer Richtungstaste lässt sich dazu noch der Angriff variieren.
Greift dagegen der Feind an, sieht man in welchem Bereich sein Angriff einschlagen wird und man kann die einzelnen Charaktere durch ihre Knöpfe zum Blocken bewegen, oder einen Block aller Charaktere befehlen. Doch das hat auch seinen Nachteil.
Wenn man angreift füllt sich der Fokus Balken des Teams. Das Blocken von Attacken senkt diesen wieder bzw ein Block des gesamten Teams benötigt sehr viel Fokus. Es lohnt sich den Balken möglichst schnell voll zu bekommen, da dadurch eine Spezialattacke mit einem Charakter ausgelöst werden kann, die von Wiederbelebung, über Heilung bis Angriff alles beinhalten kann.

In der Welt selbst trifft man immer wieder auf klassische Speicherpunkte und man hat jederzeit die Chance, in seinen inneren Realm einzukehren. Ajna meditiert in diesem Zustand und kann so in ihre eigene Seele eindringen und so mit den Incarnations reden. Hier finden sich dann auch zwei Händler die Ajna gegen Kristalle, die man in der Welt suchen muss, mehr Stärke verleihen. Und das wirk sich auch auf die Incarnations aus. Denn diese sind so Stark wie es der Hauptcharakter ist. erhöht sich Ajnas Level, werden auch die Begleiter alle stärker. Das sorgt dafür, dass die anfänglich gesammelten Incarnations nicht gegen die späteren abstinken und umgekehrt.

Strengt man sich im Kampf nicht an, beißt man auch mal schnell ins Gras

Doch wo Licht ist, gibt es auch Schatten

Indivisible ist ein sehr schönes Spiel, hat aber natürlich auch ein paar Dinge, an denen man rummeckern kann. Die wichtigsten Story Elemente des Spiels sind vertont worden und das keinesfalls schlecht, jedoch warum nur die Hauptteile und nicht alles? Das haben schließlich auch Vorgänger wie Dust: An Elysian Tail geschafft. Und wenn wir schon bei diesem Vergleich sind: Ich habe nichts gegen die Visual Noval typischen Sprachsequenzen, bei denen man die Charaktere als Bilder sieht, die gerade Sprechen. Aber ich finde das wirk so statisch und einfach nur hingesetzt. Dust schafft da zum Beispiel Abhilfe, indem selbst in solchen Sequenzen die Charaktere sich noch leicht bewegen. Es wirk dadurch einfach lebendiger.
Dazu muss ich noch sagen, dass der Soundtrack hin und wieder auch fehl gesetzt ist. Da ist grad eine mega traurige Szene für Ajna… und im Hintergrund trillert fleißig die fröhliche Musik der vorherigen Szene weiter.

Die Ruinen sind nur einer die vielen Orte, die an reale Kulturen erinnern.

Fazit

Natürlich ist das jetzt Jammern auf hohem Niveau. Indivisivble ist sowohl von der Story, als auch vom technischen ein Spiel, das man getrost jedem Plattform Fan ans Herz legen kann. Die Sprung Passagen machen Spaß, die Kämpfe können fordern und es wird mehr wert auf das Können des Spielers gelegt, als auf das Grinden nach Erfahrung.
Auch die Charaktere wachsen einem schnell mit ihrem Humor ans Herz, bei denen man des öfteren sieht wo die Entwickler ihre Inspiration bezogen haben, gibt es doch das ein oder andere Déjà-vu für Fans des Netflix Originals Little Witch Academia.

Mich hat Indivisible sehr gut unterhalten und ich kann es gut und gern empfehlen auch wenn ich finde, dass ein 10er weniger im Preis es auch getan hätte. Das Spiel gibt es für Steam, GoG, PS4, Xbox One, Linux, Mac und bald auch Nintendo Switch.

Indivisible

39,99€
8.1

Grafik

8.5/10

Gameplay

9.0/10

Soundtrack

7.0/10

Technik

8.0/10

Pros

  • Handgezeichnete Grafik
  • Große Auswahl an Charakteren
  • Voice Over

Cons

  • Nicht alles vertont
  • Zu schwer für einige Spieler
  • Etwas teuer