Inertial Drift Review

Was passiert wohl, wenn man Vapourwave und Initial D vermischt? Genau, dabei kommt Inertial Drift raus. Und genau das Spiel hab ich für euch mal angetestet. Als Hauptfeature wird mit einer einer einzigartigen Drift-Steuerung über beide Arcade-Sticks geworben. Doch ist die wirklich so revolutionär?

Arcade Drift-Spiel für Initial D Fans

Der Name ist etwas an Initial D, eine meiner Lieblingsanime, angelehnt, bei dem es um Driften auf engen Bergstrecken geht. Und soll ich euch was verraten? Das steht auch bei Inertial Drift im Mittelpunkt. Dazu kommt noch eine neue Drift-Steuerung über beide Arcade-Sticks des Controllers. Mit dem rechten steuert man die Lenkung, während man mit dem linken Stick den Winkel des Drifts bestimmen kann. Bei der ersten Runde auf der Strecke fühlt sich das noch relativ ungewohnt an, weil die Lenkung so gut wie nichts bewirkt, denn den Großteil der Lenkung übernimmt hier der Drift. Aber schon bei der dritten oder vierten Runde hab ich mich an die Steuerung gewöhnt und mittlerweile will ich sie nicht mehr missen. Klar, das Ganze spielt sich stark arcadig und hat überhaupt nichts mit echten driften zu tun, aber muss es das? Meiner Meinung nach nicht, denn dafür gibt es ja Simulatoren wie Assetto Corsa, wenn ihr so etwas wollt, ist Inertial Drift, leider nichts für euch. Aber nur weil etwas leicht zu lernen ist, heißt das nicht, dass das meistern genau so einfach ist und das ist auch bei Inertial Drift der Fall. Denn jedes der insgesamt 16 Autos verhält sich in den Kurven komplett anders. Kurz zusammengefasst, ist das Versprechen der revolutionären Steuerung gelogen? Nein, auf keinen Fall, denn ich hab die Steuerung in keinem anderem Spiel bisher gesehen und bringt frischen Wind in meine Arcade-Rennspielsammlung.

Viele Spielmodi

Natürlich bringt das Spiel auch jede Menge Modi mit. Als erstes und umfangreichsten Modus bietet Inertial Drift einen Story-Modus, bei dem im Stil eines Visual-Novels eine Geschichte rund um die vier Hauptcharaktere, Edward, Ada, Ibba und Viv aufgebaut wird. Diese ist zwar nicht sehr tiefgründig, aber etwas Charaktertiefe gibt sie den Rennfahren trotzdem. Und Englischmuffel können aufatmen, denn der Text ist, wie auch das komplette Spiel, auf deutsch. Außerdem ist der Storymodus perfekt um leichter in das Spiel reinzukommen, denn hier werden immer wieder Tipps zum driften und im Umgang mit den Autos der Hauptcharaktere gegeben. Und auch wenn ihr denkt, dass das Gameplay schnell langweilig wird, weil es nur “normale” Rennen gibt, habt ihr euch getäuscht. Denn neben dem eben erwähnten “normalen” Modus, gibt es noch 5 weitere Arten über die Piste zu brettern. Natürlich gibt es noch einen Trainings-Modus, bei dem ihr komplett allein fahrt und euch darauf konzentrieren könnt, eure Rundenzeit zu verbessern. Außerdem gibt es noch den Style-Modus, bei dem ihr durch lange Drifts Punkte machen kann, für Drifts nahe zur Leitplanke gibt es Extrapunkte und wie auch im “normalen” Modus kann man hier gegen maximal einen Gegner antreten, mehr als einer gegen einen ist bei Inertial Drift leider nicht drin. Einen Ghost-Modus, bei dem ihr dem Geist, also der Bestzeit des Gegners hinterherjagt gibt es auch, allerdings unterscheidet der sich nicht so stark vom “normalen” Modus, weil man auch hier den Gegner nicht rammen kann. Allerdings ist das kein Bug, sondern ein spezielles Feature der Autos, mehr dazu erfahrt ihr aber im Story-Modus des Spiels. Eine eigene Bestzeit könnt ihr im Zeitfahren-Modus aufstellen. Eine Besonderheit des Spiels ist der Duell-Modus. Hier hab ich mich erstmal gefragt, was den vom normalen Modus unterscheidet, weil man ja sowieso nur gegen einen Gegner antritt. Das Alleinstellungsmerkmal besteht hier darin, dass immer der Spieler, der vorn liegt, Punkte bekommt, die Anzahl ist hier abhängig von Vorsprung, den man gerade hat. Je mehr Abstand desto mehr Punkte bekommt man und es gewinnt der, der am Ende die meisten Punkte hat oder derjenige, der als erstes 1000 Punkte erreicht hat.
Der Punkt im Hauptmenü ist der Herausforderungs-Modus, in dem man sich alle Autos freischalten kann. Bevor das möglich ist muss man den Fahrer des Autos im Story-Modus besiegen um die Herausforderung freizuschalten. Um letztendlich an ein neues Auto zu kommen muss man entweder die Bestzeit des Fahrers schlagen, eine bestimmte Punktzahl beim Driften erreichen oder eine bestimmte Zeit lang im Ausdauer-Modus durchhalten.
Im Arcade-Modus, könnt ihr selber auswählen auf welcher Strecke ihr mit welchem Modus fahren wollt, also kurzgesagt könnte man den Arcade-Modus als “Freies Spiel” bezeichen.
Im Grand-Prix Modus müsst ihr fünf Rennen auf dem ersten Platz abschließen um zu gewinnen. Um es aber nicht ganz so einfach zu machen, habt ihr hier nur 3 Fehlversuche, beim dritten Mal verlieren war’s das dann. Hier könnt ihr austesten ob ihr die Strecken und Autos wirklich gemeistert habt.
Für alle, die ihr Können in einem Rennen gegen einen Kumpel beweisen wollen gibt es mit Splitscreen auch einen lokalen Mehrspielermodus und einen Online-Modus, der in meinen Tests unter Windows auch sehr gut funktioniert hat. Also an Modi mangelt es Inertial Drift auf keinen Fall.

Cell-Shading soweit das Auge reicht

Fans des Cell-Shaders kommen bei Inertial Dift auf ihre Kosten, denn der zieht sich durch das komplette Spiel, was aber meiner Meinung nach auch sehr gut aussieht. Es passt einfach perfekt zum kompletten Vapourwave-Setting. Die Musik ist zwar gut und tut ihren Zweck, aber ich hab sie sehr schnell durch Eurobeat, der inkonischen Musik aus Initial D ersetzt, was auch ganz einfach möglich ist, weil man die Lautstärke von fast jedem Soundeffekt in den Einstellungen einzeln Einstellen kann. Wenn ihr euren Motor mehr hören wollt, dreht ihr halt das hoch, aber auch die Lautstärke der quietschenden Reifen oder des Krachens in die Leitplanke kann einzeln konfiguriert werden und auch die Hintergrundmusik des Menüs kann getrennt von der während der Rennen bearbeitet werden. Bei den visuellen Einstellungen gibt es zwar nicht so viele Möglichkeiten, aber da das Spiel auch keine sehr hohen Anforderungen stellt ist es auch nicht wichtig alles einzeln zu konfigurieren. Aber mindestens eine Nvidia GTX 960 bzw. AMD Radeon HD 7950 mit 3GB VRam solltet ihr schon haben, damit das Spiel flüssig läuft. Das absolute Minimum ist zwar eine GeForce GTX 550 Ti bzw. die AMD Radeon HD 6790 mit 2GB VRam, aber dann müsst ihr auch mit minimalen Einstellungen klarkommen.

Endfazit

Inertial Drift ist meiner Meinung nach ein sehr gelungenes Arcade-Racing-Spiel, was nicht zuletzt auch an kleinen Anspielungen auf Initial D liegt. Wenn ihr mal Lust habt die Drift Steuerung auszuprobieren, könnt ihr euch den Sunset Prologue, gratis für den PC herunterladen. Ja, auch wenn es das Spiel außer für den PC noch für die Nintendo Switch, die Playstation 4 und ab dem 30. September 2020 auch für die XBox One erhältlich ist, gibt es die Demo nur für den PC. Zu teuer ist das Spiel auch nicht den die 20€ die hier verlangt werden, sind dank des massiven Spielspasses auf jeden Fall gerechtfertigt. Dass jetzt noch so ein Spiel mit den offiziellen Initail D Lizezen erscheinen würde, ist so ein kleiner Traum von mir.
Und kleiner Tipp für die Linux-User hier, das Spiel läuft mit Steam-Proton nahezu perfekt, einziges Manko ist, dass der Online Modus hier noch nicht läuft. Aber unter Windows ist der wie schon gesagt kein Problem.

Inertial Drift kaufen:

Offizielle Website des Entwicklers

Inertial Drift

19.99€
7.2

Gameplay

8.0/10

Grafik

7.5/10

Soundtrack

6.0/10

Pros

  • Neu Drift-Steuerung mit beiden Analog-Sticks
  • Anspielungen auf Initial D
  • Online-Modus
  • Komplett auf Deutsch

Cons

  • Demo-Version nur für den PC erhältlich

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