Lemuria Episode 1 – Testbericht

Und wieder einmal bringt uns ein Entwickler auf ein Abenteuer voller Merkwürdigkeiten und Geheimnisse. amQuests veröffentlichte am 10. Mai 2022 das Spiel Lemuria, welches ein 3rd-Person-Adventure-Shooter werden sollte. Gelingt diese Kombo und bringen die anderen Ideen die der Entwickler hatte Schwung ins Game. Finden wir es heraus!

Zwei Charaktere sollt ihr sein

Wie in vielen guten Adventures üblich steuert man in diesem Spiel auch nicht nur ein Charakter sondern gleich zwei. Eine Epidemie bricht aus uns Straßenunruhen beginnen. Hier müssen die Helden Alex und Kanta heran um.

Wo wir uns mit Kanta befinden wird nicht wirklich groß erklärt, aus Gesprächen vermute ich aber das es irgendwo das Grenzgebiet zwischen Pakistan und Indien ist!

Während man im ersten Level noch Alex, einen Soldaten steuert um ein Mädchen namens Kanta vor gewalttätigen fundamental-islamischen Bloggern zu retten spielen die nächsten Level einige Monate nach diesem Ereignis. Hier muss Alex zum Arbeitsamt um einen Job anzunehmen.

Hierzu muss er in das fiktive afrikanische Land Lemuria um dort bei einer Sicherheitsfirma zu arbeiten. Der Weg dahin zieht sich allerdings und wirkt einer Odyssee in der man nicht nur Alex steuert sondern auch Kanta, in dem indisch-pakistanischen Grenzgebiet ihren eigenen geheimen Auftrag hat. Beide Charaktere haben also andere Motive und jeweils einen Weg wie diese nach Lemuria kommen.

Schick zur Arbeitsagentur: Alex braucht nach dem Militärdienst einen neuen Job

Anpassungsfähigkeit

Viel lässt sich in diesem Spiel anpassen. So kann man die Dauer der Feuergefechte einstellen, als auch die Masse an Blut die ein Gegner hinterlässt wenn man diesen erschießt. Auch die Nacktheit der Figuren lässt sich einstellen. Leider funktioniert es zwar diese aus zu stellen, doch in manchen Level ist leider dennoch ein blanker Busen schon einmal zu sehen. Dies lässt sich leider an diesen Stellen im Spiel dann doch nicht ändern. Auch kommt in dem Spiel ein wenig Sex drin vor, welches aber nicht einstellbar ist diesen zu sehen. Die Kamera fährt aus dem Geschehen raus so das man den Koitus nicht mit bekommt. Zielhilfe, Schwierigkeitsgrad, vieles lässt sich in dem Spiel einstellen und auch die Masse der Sprachausgaben ist enorm. Das Spiel gibt es auf Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch, Spanisch, Polnisch, Suomi, Japanisch… etc… wenn aber jemand denkt… “Mann… hatte der Entwickler aber massenweise an Synchronsprecher” den muss man leider hier enttäuschen.

Tolle Musik, ulkige Sprachausgabe

Lemuria hat eine tolle Musik, leider gehört die Sprachausgabe nicht zu der Creme á la Creme der Spielehistory. Dennoch bin ich der Meinung dieses Spiel sollte man in die Historie mit aufnehmen.

Alles was Untertitelt ist, wird auch so gesprochen. Dieser Satz ergibt überhaupt keinen Sinn. Richtig sollte es sein “Ich habe mich dort aufgehalten…” da die VoiceAI aber grammatikalisch in vielerlei Hinsicht eine Katastrophe ist kommen Sätze heraus die keinen Sinn machen – aber tatsächlich machen sie auch das Spiel lustiger.

Die Sprachausgabe wurde komplett in allen Sprachen mit einer VoiceAI erstellt. Welches sich einfach zwischen schlecht und Comedy bewegt. An vielen Stellen muss man einfach lachen da die Sprachausgabe Dinge von sich gibt die sowohl grammatikalisch, als auch vollkommen aus dem Kontext gezogen wird. Dies ist lustig ja – aber die große Frage besteht natürlich ob dieses von dem Entwickler so geplant ist das deren Spiel mehr wie eine Komödie wirkt als ein ernsthaftes Agenten-Game. Generell sind die Gespräche in vielen Situationen urkomisch, weswegen wenn man es richtig übersetzen würde schon an vielen Stellen witzig wäre, doch gerade mit der VoiceAI als Übersetzer scheint es noch einmal überhand zu nehmen.

Akzeptable Grafik

Die Grafik ist nicht die schönste die es heutzutage gibt, aber da der Entwickler selbst für Synchronsprecher so geringe Mittel hatte um eine VoiceAI die Arbeit machen zu lassen, dann darf man auch bei der Grafik nicht wirklich atemberaubende Wunder erwarten. Die Grafik ist in vielen Level sehr schön und sieht super aus. Die Charaktermodelle sehen Klasse aus und passen in das Gesamtkonzept des Spiels. Gerade wenn man in den Straßen von Chinatown unterwegs ist kann man die wunderbaren Lichter überall sehen.

In Chinatown zeigt was die Grafik kann. Überall Lichter und prasselnder Regen wirkst schon nicht allzu schlecht und scheint sehr stimmig zu sein

Starke und schwache Frauen

Das Spiel ist durchaus an vielen Stellen schon sehr Übersexualisiert. An einer Stelle im Spiel kann man sogar die Nacktheit nicht komplett durch die Optionen ausstellen. Kanta selbst ist ein sehr starker Charakter, verfällt aber im Alkohol dann auch schon mal einem Alex, den sie sich sofort an den Hals wirft.

Hong Ho ist eine der Gefährtinnen die Alex bekommt. In fast jedem Level hat er eine Begleiterin – dieser Chameur. In seinem Schatten stehen sie aber nicht, wirken sogar gut emanzipiert und stellen sich niemals in eine Opferrolle.

Bei Alex Freundin geht dies sogar noch weiter die erklärt das ihr neuer Freund einen Lexus, Facebook-Aktien und bald Chef der Firma ist wo sie arbeitet… und sie ihn liebt. Dies hat sogar doch einen kleinen faden Beigeschmack der nur von einer Sache zu toppen ist.

Kanta weiß sich gegen Angreifer zur Wehr zu setzen.

Sowohl Kanta als auch eine andere Frau die Alex später rettet verfällt ihm hinterher und sie haben Koitus – frei getreu dem Motto… Frau gerettet die Belohnung kommt sofort nach der Rettung. Dies ist ein sehr schweres Thema und eine merkwürdig geschriebene Thematik.

Ärztliche Behandlung oder Folter?

Im Spiel gibt es verschiedene Szenen in denen gefoltert wird. Beispielsweise im ersten Level wo Kanta von den radikalel Bloggern gefangen genommen wurde muss man Kanta eben aus jener Folterszene heraus befreien. Man selbst foltert zwar nie, aber es ist schon harter Tobak den das Spiel hier thematisiert.

Der von der Zombieseuche bereits infizierte Arzt Dr. Miller will unbedingt andere infizierte Behandeln. Egal wie weit man gehen muss damit die Behandlung ein Erfolg hat. Die Schmerzensschreie der Opfer hört man wenn man sich in der Nähe aufhält.

Um ihn ist es nicht schade…

Ein pakistanischer Agent kommt im Spiel vor. Wenn sich zwei derjenigen die den Pakistani in einer VR-Welt dazu bringen sollen Geheimnisse auszuplaudern erwähnen diese: “Wir könnten den Pakistani vorschicken. Um den ist es nicht schade.”

In der VR-Welt müssen wir den feindlichen Agenten begleiten und “bespaßen” damit er uns Informationen zu seinen Aufträgen gibt. Nebenbei müssen wir uns gegen massenweise Fantasy-Gegner erwehren.

Das hört sich schon fast wie Rassismus an, wenn man die Hintergründe natürlich nicht vorher erfahren hat. Nämlich das er ein feindlicher Agent ist. Hier geht es natürlich nicht um die Pakistaner im Allgemeinen sondern lediglich um diesen einen feindlichen Agenten. Dies kommt in dem Text aber so komisch rüber das es sich ein wenig wie Rassismus anhört. Wahrscheinlich auch unbeabsichtigt, schließlich hat eine VoiceAI dies alles so gemacht.

Viel Abwechslung

Dennoch bietet das Spiel sehr viel Abwechslung. Ob wir in Chinatown ein Haus von Dämonen säubern müssen, eine Zombieepidemie im Krankenhaus erleben oder einfach nur Drohnen von feindlichen Agenten ausweichen… in dem Spiel gibt es alles was Rang und Namen hat – selbst an Magie in der VR-Welt haben sie gedacht.

Ob VR-Welt…
…oder eine ausgebrochene Zombieseuche in einem Krankenhaus. Das Spiel bietet für jeden Etwas.

Das Spiel ist sehr umfangreich und man kann durchaus die Story nachvollziehen. Wir erleben im Spiel Storyabschnitt um Storyabschnitt. Der einzige Zeitsprung scheint der zwischen des ersten Levels und der Jetztzeit zu sein… eben die paar Monate wo Alex innerhalb dieser Monate auch entlassen wurde aus der Armee. Warum dies geschehen ist… nun da bleibt die Fantasy des Spielers offen, aber vielleicht kann man auch leicht so etwas 1:1 zusammen zählen.

Schießereien sehr hakelig

Schießereien sind generell im Spiel recht hakelig. Es ist zwar dank Auto-Target leicht das Ziel zu eliminieren, schaltet man das Auto-Target aber aus merkt man warum dieses an ist. Offenbar gibt es bei jedem Gegner nur einen Punkt wo man Schaden verursachen kann… bei Menschen den Kopf, bei Kampfhunden die Pfoten, weswegen ich voller Frust das Auto-Zielen dann doch wieder eingeschaltet habe. Ansonsten ist die Steuerung recht leicht. Laufen, springen, schießen, ducken, Inventar nutzen. Optional kann man sogar einstellen das man die Deckungen nutzen kann und dann auch sollte.

Up-To-Date – Neue Updates für das Spiel

Am 04.07.22 nach Veröffentlichung dieser Review ist ein weiterer Patch heraus gekommen der einiges verbessert hat. So kann man nun erfahren was wirklich im Bunker passiert nachdem Alex Kanta gerettet hat.

Auch wurden einige Dinge geändert, z.B das das Automatische Zielen auf die Hunde nicht mehr die Spitze der Pfote ins Visier nimmt, sondern den Oberkörper. Man merkt das die Kritiken offenbar gefruchtet haben. Auch die englischen Stimmen wurden verbessert, da eine neue Version der VoiceAI wohl zum Einsatz gekommen ist. Das er der VoiceAI aber Treu bleibt finde ich schon mal Super, denn gerade das macht das Spiel für mich auch so Einzigartig und gleichzeitig so verrückt. Auch wurde das Gameplay in Stealth-Einlagen bedeutend vereinfacht. Deswegen werde ich die Bewertung ändern und auf Bedienung noch einmal fünf Punkte drauf setzen (05.07.22)

Fazit – Ecken und Kanten

Das Spiel hat sehr viele Ecken und Kanten. Auch wenn es Spaß macht das Spiel zu erleben sollte man kein ernsthaftest Action-Adventure erwarten. Die Sprachausgabe sorgt regelrecht immer wieder für Comedy-Gold. Und wenn die Dunkelelfe in der VR-Welt den humanoid-laufenden Affen, ebenfalls ein Avatar eines Agenten in der VR-Welt Avancen macht ist dies schon mehr als Fremd und war einer der Szenen wo ich ernsthaft daran gedacht habe das Spiel zu beenden. Letzten Endes sieht man zum Glück nichts, aber die Zweideutigen Anspielungen sagen alles. Das Spiel ist also in dieser Thematik eher was für Hartgesottene.

Sehr gut ist auch noch hervorzuheben das wenn man ein Level durch hat man es immer wieder spielen kann ohne sein Autosave zu verlieren. Hat man ein Level geschafft taucht es in der Levelauswahl auf – toll!

Für welches Klientel das Spiel entwickelt wurde kann ich leider nicht beurteilen, weiß nur das es nichts für Kinder und Jugendliche ist – trotz den ganzen verrückten Dialogen dank der VoiceAI.

Lemuria

6,59 € Steam, Stand: 30.06.22
6.1

Grafik

7.0/10

Sound

5.0/10

Bedienung

5.0/10

Story

7.4/10

Pros

  • zwei Hauptcharaktere
  • durchgehende Story der man folgen kann
  • mehrere Kapitel, frei auwählbar ohne Speicherverlust
  • deutsche Synchro (Comedy Gold)
  • Kampfsystem mit Deckung und Waffenwechsel, sowie Hechtsprünge möglich

Cons

  • deutsche Synchro (wegen VoiceAI-Übersetzung schlecht)
  • seltene nicht kritische Bugs
  • Klischees (Held bekommt sie alle)
  • Spiel endet mitten in der Story (wann kommt Episode 2?)

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