Little Nightmares 2 Review

Düster Stimmung, vermummte Kinder und gruselige Erwachsene. Das sind Dinge, die den Puzzle Horror von Little Nightmares ausmachen. BANDAI NAMCO legt nun den zweiten Teil rund um das Regenmantel Mädchen Six auf den Tisch und wir durften auch in diesen Alptraum schauen.

Erneut verschlägt es uns in eine Welt, die direkt einem Alptraum zu entspringen scheint. Kein Sonnenstrahl durchdringt den dichten Nebel und die tiefen Wolken. Jede Hoffnung scheint gewichen zu sein für diejenigen, die nicht wissen sich zu Verteidigen. An dieser Stelle der Geschichte treten dann wir auf den Plan, oder eher der kleine junge Mono. Mitten in einer düsteren Waldlichtung kommen wir zu uns und müssen uns durch eine Welt kämpfen, die alles daran setzt uns zu töten.

Auf dem Dachboden findet sich viel. Selbst für den kleinen Mono

Eine Welt, gemacht für eine Horror Geschichte

Sofort fängt einen die dunkle Atmosphäre des Waldes und das Setting des Horror Puzzlers ein und lässt einem einen Schauer über den Rücken laufen. Die Story, die nicht erzählt wird, beginnt uns einzufangen, während wir den kleinen jungen mit der Papiertüte vorbei an Käfigen, versteckten Bärenfallen und Bergen von verwesendem Fleisch manövrieren bis wir schließlich in einer Hütte mitten im Wald ankommen. Hier ist es im Keller, wo wir jemanden finden, der den gleichen Leidensweg vor bzw hinter sich zu haben scheint. Das Mädchen Six spielt auf einer Spieluhr eine vertraute Melodie und flüchtet in Angst vor uns bis sie merkt, dass wenn man so Klein ist nur zu zweit weiter kommt. Von da an laufen wir zusammen durch diese Welt in der jeder Tod das erwachen aus einem Alptraum bewirkt, nur um in einem neuen Alptraum aufzuwachen.

Wir erfahren eigentlich nichts über diese Welt, außer die visuellen Eindrücke, die wir sehen. Dem entsprechend ist die einzige Geschichte der wir folgen können die, dass wir Überleben müssen, denn an keinem Ort können wir zu lange bleiben. Nach dem Wald und einer kurze Fahrt über ein Meer bzw eher ein See gelangt man in eine Stadt, in der wieder ein Geheimnis nach dem anderen auf Mono und Six warten. Überall liegen leere Klamotten herum sodass es aussieht, als wären ihre Träger von jetzt auf gleich verpufft, die Gebäude scheinen förmlich auf einen zuzukommen oder nach einem zu schauen und alles wird überragt von einem gewaltigem Hochhaus, welches das Zentrum dieser Stadt zu sein scheint.

BANDAI NAMCO schafft es äußerst geschickt ein Gefühl von Unbehagen zu erzeugen, egal ob wir durch die verregneten Straßen der Stadt laufen müssen, oder uns durch Lüftungsschächte in verschiedenen Gebäuden bewegen. Immer mit dabei unsere stumme Begleiterin Six, die uns an Hindernissen helfen muss.

Ein großer Piano. Six und Mono wissen bestimmt etwas damit anzufangen.

Zusammen sind wir stark

Bei Little Nightmares 2 handelt es sich um ein Ko-op Spiel, allerdings lässt sich die Erfahrung nicht mit einem zweiten Spieler teilen. Die gute Six wird vom Computer gesteuert und läuft euch immer fleißig hinterher, um uns bei kniffligen Passagen zu helfen. Man kann sie natürlich auch brav an der Hand nehmen oder sie zu sich rufen. Ein Vorteil von Six ist, dass sie immer weiß, wo es gerade lang geht. Denn in den dunklen Gängen kann man den ein oder anderen Schacht schon mal übersehen, was einem dann Six aber durch eine bequeme Räuberleiter zu verstehen gibt.

Doch nicht immer rennen wir mit Six durch die Gegend. Bestimmte Abschnitte sind dafür gemacht, dass man sie alleine Spielen muss und so bleibt unsere Freundin in gelben Regenmantel vorläufig zurück, bis sich unsere Wege wieder treffen. Und “treffen” ist dabei ein wunderbarer Übergang zu einer weiteren Neuerung in diesem Spiel, nämlich einem Kampfsystem

Man sollte auf der Hut sein, wenn der Jäger im Wald ist

It’s hammer time

Manche Gegner machen einem das Leben natürlich besonders schwer. Um sich zu verteidigen kann Mono an manchen Stellen dann entweder einen Hammer, ein Eisenrohr oder die gefürchtete Suppenkelle aufheben, um dem Gesocks eins auf die Rübe zu geben. Hierbei zeigt sich allerdings eine der Tücken dieses Spiels. Durch die Position der Kamera lässt sich nicht immer genau der Abstand zwischen Mono und dem Gegner bestimmen, sodass der ein oder andere Schlag mit der schweren Waffe ins Leere läuft. Fatal wenn man bedenkt, dass dieser Schuss in den Ofen meistens den eigenen Tod nach sich zieht.

Doch eine Hand voll Gegner können wir mit unserem kleinen Arsenal nicht beeindrucken. Erneut zaubert BANDAI NAMCO Kreaturen aus dem Hut, die uns das Blut in den Adern gefrieren lassen. Egal ob die Lehrerin uns mit ihrem streckbaren Hals durch ihre Schule verfolgt, der Arzt an uns eine Obduktion durchführen will, während er von der Decke hängt, oder der Jäger uns mit einer alten Flinte durch den Wald jagt… der Puls wird einem stets bei diesen Begegnungen höher schlagen.

Im Krankenhaus hilft einem nur eine Taschenlampe

Fazit: Ein schöner, kurzer Horrortrip

Leider kann Little Nightmares 2 nicht mit seiner Länge punkten. Je nachdem wie man sich bei den Kämpfen anstellt, ist das Spiel nach ca 4h vorbei sein. Es gibt ein paar Sammelobjekte in der Welt zu finden, wie dunkle Echos von verstorbenen Kindern oder neue Mützen für Mono, aber auch das lässt sich alles doch recht schnell finden.

Aber lasst euch nicht von dieser kurzen Zeit abschrecken. Little Nightmares 2 versteht seine Story-Länge durchaus zu nutzen und lässt euch definitiv mit dem ein oder anderen Fragezeichen über dem Kopf zurück. Auch die Atmosphäre des Spiels wird einen Eindruck bei euch hinterlassen, der so schnell nicht verklingen wird.

Little Nightmares 2 ist erhältlich für PS4, Xbox One, Nintendo Switch und PC. Im Laufe des Jahres sollen noch richtige Ableger für die PS5 und Xbox Series X erscheinen.

Little Nightmares 2

29,99€
8.9

Grafik

8.5/10

Story

9.0/10

Gameplay

8.5/10

Musik

9.5/10

Pros

  • Atmosphärischer Soundtrack
  • Doppelte Spiellänge von Teil 1
  • Fantastische Story

Cons

  • Kein Couch Ko-op
  • Manch unschöner Glitch
  • Ungenaue Steuerung bei Kämpfen

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