Police Simulator: Patrol Duty Testbericht

Wolltet ihr schon immer mal in die Haut eines amerikanischen Polizisten stecken und Fälle lösen? Wolltet ihr schon immer auf Streife gehen und Verdächtige überführen? In Police Simulator: Patrol Duty von BigMoon Entertainment könnt ihr genau dies sein! Aber ist er auch authentisch und funktioniert super? Ich habe ihn eine ganze Zeit gespielt und ausprobiert und verrate euch in diesem Bericht ob es sich lohnt ihn sich zu zulegen!

Polizeialltag

Das Spiel schafft es den Polizeialltag zumindest zum Teil gut rüber zu bringen. Morgens holt man sich die tägliche Aufgabe ab. Dabei erfährt man auch ob man die Nachtschicht oder die Tagesschicht gerade hat. Drei Aufgaben stehen an jedem Arbeitstag zur Verfügung, meistens immer recht zufällig gewählt, obwohl wir im Multiplayerspiel bereits bemerkt haben, dass wir tagelang hintereinander immer dieselbe Aufgabe hatten – lediglich in anderen Stadtteilen. So fuhren wir immer raus und haben Kontrollen durchgeführt, welcher Bürger Drogen dabei hatte und wer nicht. Zu den Aufgaben kommen wir gleich noch, denn gerade in den Tagesaufgaben herrscht einer der großen Kritikpunkte, die ich diesem Spiel noch ankreiden werde.

Kommen wir erst einmal zu den Positiven Aspekten dieses Spieles. Ja – es macht durchaus Spaß sich hinter das Steuer zu setzen, Raser zu jagen und falsch parkenden Autos den Garaus zu machen. Gemeinsam mit einem weiteren Mitspieler macht das Spiel sogar noch mehr Laune weil man sich da zumindest unterhalten kann, während man die ganze Zeit am Suchen und am Suchen ist. Möglichkeiten fliehenden Verdächtigen dann den Weg abzuschneiden ist natürlich dann ebenso möglich. Generell macht es schon Laune, doch immer wieder beschleicht mich das Gefühl das man das Spiel noch besser hätte machen können… zu diesen Punkten komme ich jetzt.

Verdächtige verhaften (Tagesaufgabe)

Eine Tagesaufgabe die ich sehr kritisch sehe ist die einen Verdächtigen zu verhaften. Dabei sucht man diese Verdächtigen anhand einer Beschreibung, die man ebenfalls mit der Aufgabe bekommen hat. Hispanic, Weißer Erwachsener, Weißer Renter mit schwarzen T-Shirt… usw. diese Beschreibungen gehen sehr schön in die Tiefe. In der Theorie könnte die Suche nach diesen Leuten also Spaß machen…

… tut sie aber nicht, wenn man das System durchschaut hat. Denn neben den normalen Bürgern die durch den Stadtteil laufen stehen die Verdächtigen einfach nur dumm rum, gut… zwar animiert, aber sie stehen und sind somit ganz einfach zu kaschen. Wer braucht dann noch eine Beschreibung? Hier hätte der Entwickler den Verdächtigen einfach das Verhalten der Fußgänger noch zusätzlich einprogrammieren sollen. Dadurch das sie nicht durch die Gegend laufen kann man einige Verdächtige auch recht weit Abseits stellen… so kann es dann durchaus sein das man die ganze Tagesschicht am Suchen wie bekloppt ist. Zu Zweit hat man dann zwar zwei Augen mehr die mit suchen, aber es ist leider schon schlimm, wenn man die Verdächtigen schon an ihrem Verhalten erkennen kann.

Hat man seinen “Ausweis” dann gecheckt um etwas herauszufinden was man dann eh schon wusste “Ja, das ist der Kriminelle”, heißt es dann ihn abzutasten. Hat er verbotene Gegenstände dabei geht es dann in den Knast. Auch hier hätten die Entwickler viel mehr tun können. In ein Polizeiauto passen auf dem Rücksitz bestimmt mindestens 3 Verdächtige – pro Tagesaufgabe bei Verdächtigen gibt es ja auch nur drei die man dann Gefangen nehmen muss. Stattdessen wird einfach ein weiteres Fahrzeug gerufen, NPC-Polizisten kommen und nehmen die Person dann fest. Warum nicht einfach die Verbrecher selbst in ein Gefängnis bringen – habe ich mich dann gefragt oder zumindest zur Wache in eine vorläufige Zelle. Nein – man braucht NPCs und die Verdächtigen werden mit genommen – auf Nimmer wiedersehen.

Schade… hier hätten sie mehr raus machen können

Fahrzeuge festsetzen (Tagesaufgabe)

Die zweite Tagesaufgabe ist schnell erklärt. Man fährt ins Gebiet und verteilt Strafzettel bei Falschparkern die man an die Windschutzscheibe dran klemmt.

Raser heraus winken und Kontrollieren (Tagesaufgabe)

Diese Aufgabe ist wahrscheinlich die Aufgabe die zu zweit im Multiplayer am meisten Sinn ergibt. Im Einzelspieler kontrolliert man die Wagen während ein NPC die Raser heraus winkt. Im Multiplayer übernimmt dies der Partner oder Ihr, kommt darauf an wie ihr euch absprecht. Dann könnt ihr den Kofferraum des Verdächtigen kontrollieren, seinen Ausweis kontrollieren und sogar einen Alkoholtest machen. Dies kommt recht gut rüber und zeigt sehr gut den Alltag eines Polizisten wenn mal nicht viel los ist…

… bis der Notruf kommt

Ein Notruf kommt immer mal zwischen durch während der Tagesschicht. Man kann ihn entweder annehmen oder einfach ignorieren (es gibt ja NPC-Kollegen). Habt ihr einen Notruf angenommen habt ihr eine gewisse Zeit diese Aufgabe zu erfüllen. Diese Aufgaben gehen hin von Autounfällen bis hin zu bewaffneten Raubüberfällen und Terroristen. Ihr fahrt also zum Tatort, habt eine gewisse Punktzahl an Befragungspunkten und müsst innerhalb dieser Punktzahl alles relevante zu den Tätern heraus finden. Danach geht es zum Beweise sammeln. Habt ihr alle Beweise gesammelt, Unfallfahrzeuge abschleppen lassen und generell die Aufgaben dann erfüllt geht es (natürlich läuft die Zeit weiter) zur Wache um dort die Beweise in die Forensik zu bringen. Leider war es dies offenbar dann aber auch schon. Die Jagd nach den Tätern wird dann wohl jemanden anderen überlassen.

Die Notrufe sind ganz interessant, weil diese auch eine kleine Geschichte erzählen und frischen somit den Polizeialltag dann auch wieder auf.

Und wenn alles fertig ist?

Dann war es das. Offenbar ist nichts weiter geplant. Keine Updates, keine DLCs keine weiteren Inhalte. Laut dem Community-Hub auf Steam sagen die Entwickler, dass das Spiel zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Final ist. Deswegen kann ich mich hier jetzt kritisch auseinander setzen

Grafik nicht auf dem neuesten Stand

Die Grafik ist definitv nicht auf dem neuesten Stand. Von einem Spiel welches mit der Unreal-Engine programmiert wurde hätte man schon bedeutend mehr erwarten können. Klar, es ist ein Simulator und wahrscheinlich ein kleinerer Titel, wo nicht so viel Budget vorhanden war eventuell, aber ja – grafisch hätte man da bestimmt noch einiges machen können. Auch ähneln sich Charaktermodelle sehr häufig.

Sound

Soundbugs gibt es ebenso in dem Spiel. So habe ich beim Test häufiger die Sirene des Fahrzeugs vermisst. Ausschalten und Einschalten der Sirene hat dann meistens allerdings wieder geholfen

Fazit:

Der Police Simulator: Patrol Duty hat sicht- und hörbare Schwächen. Neben den Bugs und der nicht so berauschenden Grafik hat das Spiel auch noch einen Nachteil, den ich im Rest des Textes vergessen habe… es kann nicht sein dass man über die Straße fährt und plötzlich sich der Wagen überschlägt obwohl gar nichts vor einem war. Eine Katastrophe eigentlich. Die Notrufe sind interessant, weil hier auch kleinere Geschichten erzählt werden. Ansonsten war es das aber auch schon. Leider hat der Entwickler gesagt dass derzeit keine Patches und Co. geplant sind, denn “das Spiel ist ja fertig”, was allerdings leider nicht der Fall ist.

Die kritische Frage

Solle ein Simulator ein gewisses Maß an Realismus bieten?

Das Spiel hat ein gewisses Maß, leider für die Verhältnisse eines richtigen Polizeieinsatzes zu wenig. In der Realität ruft man bei harmlosen Kleinkriminellen keine Kollegen sondern karrt sie gleich selbst auf die nächste Wache vermute ich. Der Entwickler hatte mit dem Spiel eine gute Idee, leider recht schlecht umgesetzt.

Police Simulator: Patrol Duty

14,99 € (Stand: 18.06.19)
5

Grafik

5.7/10

Sound

3.8/10

Bedienung

6.0/10

Story

4.5/10

Pros

  • authentische Polizeiutensilien
  • gute Notruf-Quests
  • Multiplayer
  • Schadensmodell für Autos

Cons

  • langweilige Tagesaufgaben
  • Soundbugs
  • skurille Bugs