Vampire the Masquerade – SwanSong II Test

Wieder einmal schickt uns ein Entwickler in die Welt der Maskerade, wo Vampire unter den sterblichen Leben und sich versteckt halten müssen um Sich und Andere nicht selbst zu gefährden. Der Entwickler BigBadWolf hat nun Vampire the Masquerade: Swansong entwickelt, welches von deren Publisher Nacon veröffentlicht wurde. Doch was kann diese Mischung aus Adventure und Rollenspiel? Lohnt sich der Kauf?!

Auf einer Feier soll es zu einem Code Red gekommen sein. Die Vampire versammeln sich um die nächsten Schritte zu planen

Tödliche Feier

Die Vampirwelt ist in Aufruhr. In der Camarilla in Boston wurde der Code Red ausgerufen. Die Prinz von Boston lädt somit massenweise Vampire ein um zu überlegen was der nächste Schritt ist, denn ein Code Red gefährdet die Gesellschaft der Vampire. In SwanSong übernehmen wir der Reihe nach drei Vampire aus verschiedenen Clans uns müssen an verschiedenen Orten Ermitteln, möglichst so, dass man nicht von den Sterblichen entdeckt wird.

Eine Sache der Disziplin

Drei Vampire machen sich auf den Weg um herauszufinden was es mit dem Code Red auf sich und wer dafür verantwortlich ist. Zum einen ist da die Vampirin Emem Louis, eine Toreador die angesagte Clubs in der Stadt besitzt.

Als zweites haben wir die Malkavianerin Leysha, welche fast niemals alleine unterwegs im Spiel ist. Sie ist Seherin und hat häufiger Visionen der Vergangenheit. Hat man Mantel der Schatten komplett auf gelevelt kann man sogar sehen, was sich in den Gebieten zugetragen hat.

Als letztens haben wir Galeb Bazory, welcher der älteste unter den spielbaren Charakteren ist.

Disziplinen und Fähigkeiten lassen sich nach jeder Mission auf Leveln. Je mehr man in der letzten Mission geschafft hat, desto mehr Fähigkeitspunkte hat man zur Verfügung, welche man auf Fähigkeiten und Disziplinen einsetzen kann.

Man sollte gut durchdenken, welche Disziplinen und Fähigkeiten verbessert

Zusätzlich gibt es in fast jeder Mission die Möglichkeit Erfolge oder Niederlagen zu erzielen, welches entweder Mali oder Boni auf bestimmte Fähigkeiten gibt. So wird das Würfeln beispielsweise schwieriger wenn man bei einem Gespräch den Gegenüber nicht überzeugen konnte. Diese Art von Mali und Boni gibt es in fast jedem Kapitel

Zu Anfang des ersten Kapitels eines Charakters entscheiden wir uns für die Charakterklasse

Ein Spiel gut für Neueinsteiger

Wer in dem Universum ganz neu ist dürfte mit diesem Spiel nichts falsch machen. Nach und nach schaltet man Kodexeinträge frei, die alles über die Clans, die Charaktere aber auch über all der vielen Dinge erklärt. Hierzu müssen Neueinsteiger sich allerdings darauf gefasst machen die Kodexeinträge zu lesen um das Universum komplett in sich aufzusaugen. Es lohnt sich allerdings.

Der Kodex und das Bostoner Lexika erklären sehr vieles was man zur Welt von Vampire the Masquerade wissen sollte

Kritiker würden wahrscheinlich jetzt behaupten das in den ältesten Vampire-Spielen ja alles im Laufe der Gespräche erwähnt wurde, doch gerade heutzutage ist das Universum seit damals bestimmt noch um einige Elemente erweitert worden. Ein Vorlesen wäre zwar gut gewesen, doch man darf auch nicht vergessen das professionelle Sprecher viel Geld kosten. Deswegen kommen wir aber auch hier schon mal gleich auf den Sound zu sprechen, der auf jeden Fall sehr überzeugt. Die Sprecher sind alle durchweg sehr gut ausgewählt. Hier waren sehr gute Sprecher am Werk, das kann man erkennen.

Leider muss man hier auch einen kleinen Kritikpunkt einsetzen, an einer Stelle des Spiels wurde nämlich ein Gespräch nicht vertont. Dies finde ich schon sehr Kritikwürdig, einfach weil so etwas in einer QA ja wohl auffallen müsste.

Die Gespräche

Die Gespräche laufen relativ simpel ab. An gewissen Stellen im Gespräch kann man den Gesprächspartner gegenüber mit Fähigkeiten Überzeugen, Bedrohen oder mit Rhetorik ihn in Sackgassen zu manövrieren. Das Problem ist das jegliche Art von Fähigkeiten entweder Blutpunkte kosten oder Disziplinpunkte. Diese kann man einsetzen um zu “Fokussieren” und somit die Chancen zu erhöhen. Aber Vorsicht, auch die Gesprächspartner können ihren Fokus um 1 erhöhen. Dies tun sie allerdings nur Anhand einer gewissen Prozentzahl.

Haben wir gewonnen so entlocken wir dem Gesprächspartner wichtige Informationen.

Als zweite Art der Dialoge gibt es noch die sogenannten Konfrontationen. In Diesen haben wir nur eine gewisse Fehlerquote die wir nicht überschreiten dürfen – auch muss die letzte Phase der Konfrontation immer mit einem Gewinn einhergehen.

Verdachtsmomente

In jedem Vampir steckt eine Art “Biest” welches nicht die Überhand bekommen kann. Deswegen müssen die Vampire in ihren Missionen Blut von Sterblichen oder Tieren trinken um nicht auszurasten und womöglich Menschen in einem Saal anzufallen der voller Polizisten ist. Dies wäre wahrscheinlich der Tod unseres Vampirs. Je höher der Hungerwert – desto leichter kann das Biest ausbrechen und den Vampir in ein blutrünstiges Monster verwandeln. Aber auch der Geruch von Blut kann das Biest bereits Wahnsinnig werden lassen. In dem Fall kommt es darauf an Dieses zu besänftigen.

Diebstähle können in dem Spiel kritisch sein. Zwar möchte man manche Beweise nicht in die Hände der Polizisten liegen lassen, doch das “Unterschlagen” diese Beweises macht dann verdächtig. Es gibt also eine Verdächtigungsleiste die je höher sie steigt gefährlich für die Vampirgesellschaft und einen selber werden kann. So kann es sein das einige Leute lieber nichts mehr mit dir zu tun haben wollen und lieber nicht zu viel erzählen. Es kommt deswegen im Spiel immer drauf an wie man handelt und was man tut.

Vampirische Grafikpracht

Die Grafik und die Szenen wirken gut vom Entwickler durchdacht. Die Gebiete sehen sehr schön aus und man sieht deutlich das der Entwickler sich an vielen Stellen wichtige Gedanken gemacht hat wo welches Objekt stehen muss und wo man etwaige Geheimnisse oder Hinweise findet. Dabei wirken die Umgebungen alle sehr schön und haben auch viele gute Lichtelemente mit drin sowie Spiegelungen.

Die Gebiete sehen fantastisch aus. Hier haben sich die Entwickler richtig viel Mühe gegeben!

Die Charaktere sehen schön aus. Im Vergleich mit anderen Spielen müssen sich die Vampire aber ein deutlich hinten anstellen. Da sind Spiele eines spielbaren Filmes mit Quick-Time-Events z.B Dark Pictures Anthology deutlich schicker geworden. Die Animationen funktionieren zum Teil. Während meiner Beobachtung nach ein Galeb eher eine flüssiger-schöne Laufart hat, stolziert Emem doch schon recht komisch herum, was dort auch unfreiwillig komisch dann aussieht. Hier hätte man sich vielleicht ein bisschen an den Animationen von Bloodhunt orientieren können, was glaubhaftere Toreador-Animationsgangarten und Stand-Arten mit sich gebracht hat. Dies ist in dem Sinne eigentlich Schade, da man es sonst eher umgekehrt kennt. Immerhin ist Bloodhunt ein Battle-Royale in diesem Universum.

Aber die Ganganimation von der Malkavianerin Leysha gefällt da durchaus doch schon wieder gut. Ich persönlich sehe in dem Spiel einige Animationen die merkwürdig aussehen, aber auch einige die gut funktionieren. Dennoch wirkt es in Bezug auf anderen Spielen doch eher nicht mehr auf der Höhe der Zeit.

Was mir persönlich gefällt und nicht gefällt

Vampire Swansong ist ein sehr gutes Spiel. Dennoch finde ich einiges in dem Spiel nicht so ganz gut. Erst einmal wäre da das die Vampire in den anderen Spielen bedeutend schmutziger wirkten. Selbst die Malkavianer waren in beispielsweise Bloodlines bedeutend Wahnsinniger und machten auch bedeutend mehr Spaß. Klar… Leysha hat gewisse Ticks, doch SwanSong scheint da eher auf die subtile Charakterebene einzugehen. Das Spiel wirkt somit Anders als man es von anderen Vampire the Masquerade Spielen gewohnt ist.

Beispiel: Malkavianer reden meistens nur Unsinn, aus diesem Unsinn kann man aber wenn man sich darauf einlässt große Weisheit erkennen.

So werden Malkavianer normalerweise beschrieben. Leysha spricht aber beinahe nie Unsinnig daher, redet höchstens mal mit ihrer Tochter und hat gewisse “Visionen”. Gerade das mit dem Wahnsinn des Clans der Malkavianer kommt leider in diesem Spiel nicht so gut rüber wie ich gedacht habe.

Auch das in einem Spiel wo es um Vampire gibt der Klimawandel in einem Text thematisiert wird wirkt recht komisch – auch wenn es im groben relativ gut erklärt ist weiß ich nicht was so etwas in einem Vampirspiel zu suchen hat. Insbesondere weil ich dieses Thema auch nie in meinem Regelbuch von Vampire the Masquerade gefunden habe, dass dadurch die Nahrung der Vampire schlechter wird. Hier vermute ich einfach mal haben die Entwickler sich dem Zeitgeist angeschlossen um auf die Gefahr des menschengemachten Klimawandels in einem Spiel aufmerksam zu machen. Schließlich spielt Vampire the Masquerade in der Gegenwart und da ist es im Grunde eigentlich nur folgerichtig, dass dieses Thema auch aufgegriffen wird.

Leider finde ich auch recht schlimm das man sich in dem Spiel nicht verskillen sollte. Gerade am Ende kann es da durchaus sein das man keine Chance hat und das schlechte Ende zu sehen bekommt. Ein Fehler in der Skillung kann also über Sieg und Niederlage entscheiden.

Entscheidungen sorgen unter anderem dafür, das das Spiel einen gewissen Widerspielwert hat. Insgesamt soll das Spiel 12 Enden haben!

Positiv ist auch, dass jegliche Art von Skillung und Entscheidungen die man trifft das Spiel ein wenig umändert. Ergo gibt es durchaus einen Widerspielwert. Insbesondere in einer Szene hat man mindestens drei Storypfade die anders verlaufen können. Toll!

Verschlossene Tresore oder Computer lassen sich entweder durch Fähigkeiten öffnen oder aber man sucht nach dem richtigen Zahlencode.

Fazit

Vampire the Masquerade SwanSong ist ein nahezu schönes Adventure-Rollenspiel im Stil von “The Council” mit den Würfel,- und RPG-Regeln von Vampire the Masquerade. Vergleicht man jedoch das alte PC-Spiel Redemption mit Swansong fällt da gleich schon einmal was ins Gewicht. Redemption erzählte die Story so, dass man keinen richtigen Kodex hatte, wo alle Vampirclans drin standen. Es wurde im Grunde alles in den Gesprächen erklärt. Für Lesefaule Spieler ist dieses Spiel dann doch wohl erst einmal nichts, zumindest nicht für die Spieler die mit dem Universum nichts am Hut haben wollen und sich bloß nur für Vampire selbst interessieren. Gerade da kommt am Anfang zu viel Input und Informationen und massenweise zu lesen, was Spieler schon abschrecken könnte. Wer sich allerdings auf die World of Darkness einlässt der wird mit Swansong ein wunderschönes Adventure erleben auch wenn hin und wieder merkwürdige Animationen bei manchen Charakteren und leichte Bugs den Spielfluss durchaus stören können. Bei all diesen Fehlern, die so oder so sehr selten auftraten gab es einen Fehler niemals. Das Spiel ist nie abgestürzt und lief bis zum Ende gut durch.

Vampire the Masquerade - Swansong

49,99 € (Epic Game Store)
8.5

Grafik

9.0/10

Sound

8.9/10

Bedienung

7.0/10

Story

9.0/10

Pros

  • über 12 Enden
  • Widerspielwert
  • tolle Kulissen...
  • ...und Sprecher

Cons

  • kleinere Bugs
  • komische Animation bei manchen Charakteren
  • Kodex muss selbst gelesen werden
  • großes Risiko sich zu verskillen...
  • ...was das Spiel dann schwerer macht

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